Gefährdungsanalyse Häusliche Gewalt
Hochrisikofälle erkennen, Gefährderansprachen nutzen, Femizide verhindern
Leitfaden
Softcover
1. Auflage
2022
198 Seiten
Format: 14,5 x
23,0
cm
ISBN:
978-3-8293-1738-2
In Fällen Häuslicher Gewalt oder Gewalt in engen sozialen Beziehungen sind die Konstellationen sehr komplex und die Konfliktdynamik von besonderer Bedeutung. Fehleinschätzungen können fatale Folgen haben.
Wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass bestimmte Risikomerkmale auf ein besonderes Eskalationspotential deuten lassen, wobei die Konfliktdynamik gerade in Fällen von häuslicher Gewalt von besonderer Bedeutung ist. Schließlich schwelt der Konflikt zwischen Menschen, deren Intimbeziehung einmal der Mittelpunkt des gemeinsamen Lebens bedeutete. Dieses Werk verfolgt die Absicht, Erkenntnisse aus der Wissenschaft, das polizeiliche Erfahrungswissen und das (Bauch-)Gefühl polizeilicher Ersteinschreiter sowie kriminalpolizeilicher Sachbearbeiter in Einklang zu bringen, um eine größtmögliche Akzeptanz innerhalb der Anwenderzielgruppe zu erreichen. Darüber hinaus wird die Maßnahme der Gefährderansprache bzw. des Gefährdergesprächs behandelt, um diesem Thema die angemessene Bedeutung zuzumessen und um dem Vorurteil entgegenzuwirken, ein Täter mit konkreter Handlungsabsicht lasse sich ohnehin nicht durch ein Gespräch mit der Polizei oder damit verbundenen Verfügungen und Anordnungen von seiner Handlungsabsicht abhalten. Letztlich bildet der Einblick in die Gedankenwelt der gefahrenverursachenden Person ein wichtiges Mosaikstück bei der Erstellung einer fundierten Gefährdungsanalyse und bereichert die Erkenntnisgewinnung in erheblichem Maße.
Andreas Derks, Polizeihauptkommissar im Polizeipräsidium Bochum, ist Dienstgruppenleiter auf der Polizeiwache Bochum-Mitte. Sebastian Frießnegg, Polizeikommissar im Polizeipräsidium Bochum, ist Wachdienstbeamter auf der Polizeiwache in Herne.